HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Fidelio

Oper in zwei Aufzügen ? Text von Josef Sonnleithner, Stephan von Breuning und G

Was bedeutet Freiheit – für den Einzelnen und innerhalb eines politischen Systems? Eine Frage, die Beethoven in seiner einzigen Oper »Fidelio« im ­Kontext des Zeitalters von Aufklärung und Postrevolution verhandelt. Im Sinne Kants stellt er Vernunft und Sitte über die allumfassende (Willens-)Freiheit des Menschen.

Alle Protagonisten seiner Oper ­folgen ihrer inneren moralischen Verpflichtung: Florestan, politischer Gefangener des Tyrannen Don Pizarro, erduldet seine unrechtmäßige Haft in dem Wissen, das moralisch Richtige getan zu haben – mit seinem Versuch, Pizarro zu ­denunzieren. Rocco, Gefängniswärter Pizarros, ist folgsamer Erfüllungsgehilfe, der zwar akribisch über die Gefangenen wacht, jedoch nicht bereit ist, für seinen Vorgesetzten zu töten. Und nicht zuletzt Leonore, Ehefrau Florestans, die als Mann getarnt unter dem Pseudonym Fidelio alles daran setzt, den zunächst namenlosen politischen Gefangenen zu befreien. Sie handelt aus Liebe – zu ihrem Mann, zur Freiheit – und im festen Glauben an politische Gerechtigkeit.

Musikalisch hat Beethoven lange um eine geeignete Musiksprache gerungen. Gelungen ist ihm ein kraftvolles Plädoyer für Gerechtigkeit und die Freiheit des Einzelnen – in einem überwältigenden C-Dur-­Finale sehen sich Pizarros Gegenspieler in ihren Idealen bestätigt und gehen als Sieger über dessen Willkürherrschaft hervor.

Die Neuinszenierung von Beethovens ›Revolutionsoper‹ nimmt Generalintendant Hasko Weber vor, der mit dieser Arbeit seine erste Opernregie zeigt.


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