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Woyzeck

von Georg Büchner



„Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner Mord, so schön als man ihn nur verlangen tun kann, wir haben schon lange so kein gehabt.” - „Woyzeck” ist ein Krimi. Die historischen Fakten sind einfach, sie sind beinah jeden Tag als Fünfzeilenmeldung in den Zeitungen zu lesen: ein Mann und seine Lebensgefährtin; prekäres Umfeld; begründete Eifersucht; geistige Verwirrtheit; Zurechnungsfähigkeit; einander widersprechende Gutachten. Mord am 2.6.1821; Todesurteil. Enthauptung Woyzecks am 27.8.1824.

Büchner studierte alles ihm zugängliche Material über den Fall und schrieb eine Reihe von fast filmischen Szenen, die in verschiedenen Entwicklungsstufen, Varianten und auf mehr oder weniger lesbaren, mehr oder weniger geschickt restaurierten Blättern erhalten wurden. Die Szenen ergeben keine zwangsläufige Reihenfolge, so dass verschiedene Annäherungen möglich sind. Aber jeder Handlungsverlauf, den man wählt, führt zum Mord. Das ist zwangsläufig.

„Woyzeck” ist allerdings nur insofern ein Krimi, wie „Hamlet”, „Oidipus der Tyrann” oder unzählige andere Stoffe der Dramenliteratur. Das Fragment ist viel mehr als nur ein Krimi, denn die Handlung transportiert einen Strom von Reflexionen, die weit über die Handlung, über ihren Ort und ihre Zeit hinausweisen. „Was ist das, was in uns hurt, lügt, stiehlt und mordet?” ist eine der Grundfragen des Stückes. Und Woyzeck, dieser „proletarische Hamlet”, weiß ebenso wenig eine Antwort wie der dänische Prinz. Das Zaudern, das Nichthandeln ist bei Woyzeck, wie bei Hamlet, in Wahrheit keine Passivität, sondern das Hinauszögern der Handlung, das eine ungeheure Spannung erzeugt - endend in einem explosiven Akt der Gewalt.


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