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Kassandra.Sehen

Nach der Erzählung ‚Kassandra‘ von Christa Wolf

Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie

Inszenierung Ksenia Ravvina

Der Krieg ist vorbei. Zehn Jahre hat das griechische Heer Troja belagert, zehn Jahre wurde gekämpft und Blut vergossen. Nun haben die Griechen gesiegt und sammeln Kriegsbeute und Gefangene für den heimatlichen Triumphzug. Unter ihnen befindet sich Kassandra, Tochter des Trojanerkönigs Priamos und Priesterin des Apollon. Sie weiß, dass sie in wenigen Stunden sterben wird, und so beginnt sie, sich zu erinnern: Wann begann der Krieg und wann der Vorkrieg? Was hätte man tun können, um das sinnlose Blutvergießen zu verhindern?

‚Mit dieser Erzählung gehe ich in den Tod.‘ So beginnt Christa Wolfs 1983 erschienener Roman ‚Kassandra‘, in dem die Geschichte des Trojanischen Krieges aus der Sicht der Seherin erzählt wird. Erst als sie ihre privilegierte Stellung aufgibt, durchschaut sie die herrschenden Strukturen und wird zur Außenseiterin und Widerstandsfigur, die den Untergang kommen sieht. Doch niemand glaubt ihr.

Christa Wolf, die im Dezember 2011 in Berlin verstorben ist, war eine der größten deutschen Schriftstellerinnen. Sie wurde 1963 mit ‚Der geteilte Himmel‘ bekannt und fand auch international große Beachtung mit ihren Werken wie ‚Kindheitsmuster‘, ‚Kein Ort. Nirgends. und ihrem letzten Roman ‚Stadt der Engel‘ oder ‚The Overcoat of Dr. Freud‘. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet.

Ksenia Ravvina ist seit 2009 Regiestudentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Ursprünglich kommt sie aus St. Petersburg, wo sie Geschichte und Philologie studierte, bevor sie nach Deutschland kam. Innerhalb ihres Studiums an der HfMdK inszenierte sie in Frankfurt bereits ‚Medea‘ nach Texten von Euripides, Seneca und Hans Henny Jahnn, ‚Metamorphose‘, ein Projekt mit Choreografen, Tänzern und Performern und ‚Woyzeck. Freies Feld.‘ nach Büchners Dramenfragment. ‚Kassandra.Sehen‘ ist ihre erste Arbeit am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.


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