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Orest

Musiktheater von Manfred Trojahn

Deutsche Erstaufführung

MUSIKALISCHE LEITUNG Gregor Bühl
INSZENIERUNG Enrico Lübbe
REGIEMITARBEIT Torsten Buß
BÜHNE Etienne Pluss
KOSTÜME Bianca Deigner
CHOR Dan Ratiu
DRAMATURGIE Klaus Angermann/Katja Leclerc

Ein junger Mann gegen einen Gott – dass Orest der Übermacht des Befehls Apollons unterliegt und seine Mutter Klytämnestra tötet, erscheint nur allzu menschlich. Sie hatte seinen Vater in dessen Abwesenheit betrogen, ihn bei seiner Rückkehr hinterrücks abgeschlachtet und Orests Schwester Elektra aus dem Palast verbannt. Der Muttermord ist eine weitere Station des Fluchs, der seit Generationen auf dem Geschlecht der Atriden lastet. Der Stoff der »Orestie« wurde von allen drei großen Tragödiendichtern der Antike, von Aischylos über Sophokles zu Euripides, verhandelt, wobei sich die Frage nach Orests Zutun, seinem Handlungsspielraum und seiner Schuld immer drängender stellt.

Zu allen Zeiten hat das komplexe Material der »Orestie« das Musiktheater inspiriert; von der Barockzeit bis in die Gegenwart reichen die Bearbeitungen für die Opernbühne. In Manfred Trojahns Ende 2011 in Amsterdam uraufgeführter Oper »Orest«, basierend auf Euripides' »Orest« und Nietzsches »Dionysos«-Dithyramben, ist der Mord längst geschehen. Ist die Schuldfrage damit obsolet? Orest wartet auf das Urteil für seine Tat, doch seine eigentliche Strafe scheint darin zu bestehen, im ewigen Betrachten der eigenen Ausweglosigkeit verharren zu müssen. Seine Tragödie ist in dieser Bearbeitung eine der sinnlichen Erfahrung. Sechs weibliche Stimmen, gekoppelt mit sechs Violinen – die musikalische Übersetzung für die Erinnyen sowie für den inneren Konflikt Orests – jagen ihn. Wie unter Konvulsionen zusammengezogen rasen Impulse durch das Orchester und lassen die psychische Hatz erspüren. Neben dem Titelhelden lässt Trojahn alle drei Frauen auftreten, die den Konflikt um Troja mitprägten: Klytämnestras Halbschwester Helena – um die der Zwist zwischen Menelaos und Paris von Troja sich entspann –, deren Tochter Hermione und Elektra. Elektra versucht Orest zu weiteren Morden anzutreiben. Die gealterte Helena ist gefangen in ihrer Rolle als unnahbarer Urtypus der Schönheit. Nur die Jüngste von ihnen, Hermione, könnte ihm eine Zukunft, einen Ausweg in Liebe eröffnen.

Enrico Lübbe ist seit 2008 Schauspieldirektor am Theater Chemnitz und inszenierte bislang vorwiegend für das Schauspiel an zahlreichen deutschen Bühnen, u. a. am Staatstheater Nürnberg und am Bayerischen Staatsschauspiel München. Von der Zeitschrift »Theater heute« wurde er mehrfach als einer der besten Nachwuchsregisseure des Jahres nominiert.


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