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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

VERFLUCHT DAS HERZ - SHAKESPEARES SONETTE



Liebe, Sehnsucht, Treuebruch, Vergänglichkeit, männlich/weiblich – Shakespeares berühmte Sonette sind ein überbordender Kosmos, rätselhaft und sinnlich. Die Thikwa-Schauspieler machen sich die Gedichte auf ganz besondere Weise zu eigen. Eine Tanzperformance über das Begehren, unterlegt mit einer Videoinstallation.



A Womans face with natures owne hand painted,

Haste thou the Master Mistris of my passion,

A womans gentle hart but not acquainted

With shifting change as is false womens fashion,



An eye more bright then theirs, lesse false in rowling:

Gilding the obiect where-vpon it gazeth,

A man in hew all Hews in his controwling,

Which steales mens eyes and womens soules amaseth.




Ein weibliches Gesicht gab die Natur

Dir, Herr und Herrin meiner Leidenschaft;

Ein weiches Frauenherz, doch ohne Spur

von Launen, Weiberlist und Hexenkraft



Dein Auge, strahlender und minder flirrend,

vergoldet alles, was sein Blick umfängt;

Für Männeraug und Frauenherz verwirrend,

Du, Mannsbild, das die Blicke auf sich lenkt.

(aus Sonnette 20)



„Die tänzerischen Assoziationen übersetzen Shakespeares legendäre Sonette in bewegende Traumbilder. ... Eine unruhige, blinde Suche nach dem Anderen. Paare bilden und lösen sich wieder, Einsamkeit ist die Schwester der Vereinigung. ... Berührend.“ Regine Bruckmann | zitty



„Vollkommenheit und Schönheit: Es sind unterschiedliche Tonfälle, die den Vierzehnzeilern Klanggestalt verleihen. Sie widersprechen allem Gewohnten und Erwartbaren und verlangen vom Zuhörer, sich in Nuancen einzuleben ... Das ist das Besondere am Thikwa, dass der Zuschauer immer auch auf sich zurück geworfen wird und beginnt, sich selbst zuzuschauen.“ Boris Kehrmann | Spielplan Theatergemeinde Berlin



Mit: Addas Ahmad, Karol Golebiowski, Gerd Hartmann, Merete Kaatz, Anne-Sophie Mosch, André Nittel, Sammy Serag, Makiko Tominaga | Konzept und Regie: Gerd Hartmann | Videoinstallation: Marieta Campos Gisbert | Bühne: Pablo Alarcón | Kostüm: Heike Braitmayer | Foto: David Baltzer/bildbuehne.de



TICKETS: 16 € / 10 € erm. / 3-Euro-Kultur-Ticket



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Hintergrundinformationen

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Eine Sonette ist eine Gedichtform mit festen Reimen und Vers-Maßen, die vermutlich aus der persischen, der indischen und der arabischen Kultur um 1250 über Sizilien nach Europa kam. Bekannt wurde diese Literaturform durch Petrarca (1302-1373).



Einer der heute noch berühmtesten Meister dieser Kunstform ist William Shakespeare (ca. 1564-1616). Die erste Gesamtausgabe seiner 154 Sonette erschien zu seinen Lebzeiten, nämlich 1609. Inhaltlich geht es um Liebe in allen Erscheinungsformen und mit allen Nebenwirkungen.



Ähnlich wie im "Diwan von Shams-e Tabrizi" des 1273 verstorbenen persichen Dichters Rumi wendet sich die Poesie meist an einen abwesenden Geliebten. Es geht bei Shakespeare wahrscheinlich nicht nur um einen, die Grenzen zwischen Mann und Frau verschwimmen, ebenso die Grenzen zwischen hetero- und homoerotischer Liebe und Begierde, auch Auto-Erotik wird zum Thema.



Shakespeares reichhaltige Sprache lässt viel Platz für Vermutungen und Wortspiele. Darunter schimmert der feine Humor eines Wissenden. Es geht in vielen Sonetten um Sex, auch wenn manche Übersetzer versucht haben, das zu übergehen.



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Shakespeares Sonette zum Lesen

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Auf den Webseiten der Uni Basel gibt es die Übersetzung von Markus Marti inklusive Shakespeares literarische Hausapotheke mit Tipps vom Anbaggern über notwendige Zurechtweisungen, Entschuldigungen bis ungelöste Probleme wie Eifersucht. Im Register der Metaphern und Symbole werden diese leider nicht erklärt. Wenn jemand Passendes zu Themen wie Gefängnis, Rose, Buchhaltung, Armut, Sünde oder Nachtigal sucht, ist es nützlich.



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Verschiedene Übersetzer

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Mit Shakespeares heftiger Sprache und seinen vielfältigen Anspielungen haben sich Übersetzer oft schwer getan. Bilden Sie sich selbst ein Urteil:



Sonette 52 von elf verschiedenen Übersetzern

Karl Kraus

Christa Schünke

Leander Sukov



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Hat Shakespeare seine Werke selbst geschrieben?

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Oder hat Elisabeth I., Königin von England das geschrieben? - Natürlich nicht sie selbst, denn Maria Stuart hat sie dann doch gemeuchelt. Um das zu vertuschen, musste ein männlicher Schauspieler mit einer dicken Schminke-Schicht jeden Tag Königin spielen. Einige Theorien:

william-shakespeare.de/autorenfrage_03blabla.html



Termine

momentan sind keine Termine eingetragen

Kontakt

Theater Thikwa
Fidicinstraße 40
10965 Berlin

http://www.thikwa.de


Telefon: 030/614 64 67
Tickets: 01805/700 733 (14cent/Min.)
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