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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Das Stadtmuseum Simeonstift in Trier

Stadtgeschichtliche Ausstellung
Die rund 900 Objekte der Sammlungsausstellung werden auf 1000 m² Ausstellungsfläche zu sehen sein. Grundlage des gesamten musealen Bestandes, der eine Zeitspanne von circa 2000 Jahren umfasst, bilden Schenkungen Trierer Bürger. Schwerpunkt der Sammlung ist die Zeitspanne von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert Kostbare Gemälde und Skulpturen, feines Porzellan und Ostasiatika, aber auch Alltags- und Gebrauchsgegenstände bieten vielfältige Einblicke in Leben und Alltag, Wirtschaft und Handel, Politik und Glaube, Kunst und Technik.

Ein Rundgang beginnt im Erdgeschoss des Hauses im sogenannten Trebeta-Saal, der mehrere Ausstellungs-Highlights beherbergt. Gezeigt werden die Originale der mittelalterlichen Figuren des Trierer Hauptmarktes, darunter das Marktkreuz aus dem Jahr 958, das älteste Stück der stadtgeschichtlichen Sammlung. Die Gründungslegende der Stadt schildert ein großformatiges Ölgemälde, das so genannte Trebeta-Gemälde von 1684, dem der Saal seinen Namen verdankt. Es unterstreicht sowohl das Alter der Stadt und somit ihren Vorrang vor den Rivalinnen Reims, Köln und Mainz als auch das Selbstverständnis der Trierer Bürger, von denen es in Auftrag gegeben wurde. Der kostbare Napoleonbecher repräsentiert die 20 Jahre Franzosenzeit in Trier, von der Eroberung der Stadt durch die Revolutionstruppen bis zu ihrem Wechsel unter die Herrschaft Preußens. Aus der Geschichte der Stadt berichten darüber hinaus die beiden allegorischen Friedensbilder aus dem alten Trierer Rathaus, das Porträt des letzten Trierer Kurfürsten und zeitgenössische Fotoarbeiten der Künstlerin Rut Blees Luxemburg mit einer eindrucksvollen Aufnahme Triers bei Nacht. Weitere Glanzstücke der Sammlung, wie ein koptisches Mumienportrait, eine Kaffeekanne aus der Trierer Porzellan-Manufaktur und ostasiatische Elfenbeinfiguren, verweisen auf Ausstellungsbereiche in den übrigen Räumen.

Im ersten Geschosse des Nordflügels wird der Besucher chronologisch anhand von Gemälden, Skulpturen, Kunsthandwerk und Möbeln durch die spannende Geschichte der ältesten Stadt Deutschlands geleitet. Ein Stadtmodell, das den Zustand Triers um 1800 widerspiegelt und ein Modell, das den zerstörten Dombereich nach dem Bombenangriff der Alliierten im Dezember 1944 zeigt, veranschaulichen exemplarisch die Veränderungen, die der Stadt über die Jahrhunderte widerfuhren. Bedeutend ist die Sammlung der „Malerischen Ansichten“ des Malers Johann Anton Ramboux aus dem 19. Jahrhundert. In einer Abfolge von 16 großformatigen Grafiken mit Darstellung römischer Baudenkmäler und besonderer Sehenswürdigkeiten in Trier setzte er der Stadt ein Denkmal höchster Qualität. Die Anmutung einer Wunderkammer mit ausgesuchten \"Kuriositäten\" aus dem Museumsbestand spiegelt die Sammelleidenschaft von Fürsten und reichen Bürgern des 15. und 16. Jahrhunderts. Darunter befinden sich kunstvolle Elfenbeinschnitzereien, ein prächtiger Deckelpokal sowie kostbare Miniaturen. Zu einem Figurenzyklus des herausragenden Rokokobildhauers Ferdinand Tietz’, den dieser für den Palastgarten der Stadt schuf, gehört der lebensgroße Apoll mit der Leier. Er steht für die prunkvolle Zeit des Barock und Rokoko, die Trier unter Kurfürsten wie Franz Georg von Schönborn und seinem Nachfolger Johann Philipp von Walderdorff erlebte. Sämtliche Originale des Zyklus’ sind im Stadtmuseum, insbesondere im Kreuzgang, zu sehen. Trier unter der Trikolore sowie unter den Preußen wird gleichermaßen vorgestellt wie die Zeit der Industrialisierung, der Weimarer Republik und Trier unter dem Hakenkreuz. Themen wie Städtepartnerschaften und Universität runden den chronologischen Parcours in diesem Ausstellungsbereich ab und lassen den Besucher in der Gegenwart ankommen.

Aktuelle und vergangene Fragestellungen wie Migration, Mobilität und Religionsgemeinschaften werden im Westflügel des ersten Geschosses behandelt. Diese ungewöhnlichen Themenbereiche schließen das eine oder andere Augenzwinkern ein, wie ein beliebtes Kinderspielzeug im Rahmen von „Autos, Autos, Autos überall...“ zeigt. Bekannte und unbekannte Zugewanderte kommen zu Wort und bezeugen die Bedeutung der Migration. Sowohl die christlich geprägte Vergangenheit und Gegenwart der Stadt als auch jüdische und muslimische Glaubensgemeinschaften – letztere plante und richtete eine Gebetsnische selbst ein – werden präsentiert. Zu sehen sind ferner Exponate zu Wirtschaft und Sport. Dazu gehört neben Schuhwerk prominenter Eintracht-Spieler auch die “Neueste Aktaufnahme von Paul Trappen” (1913), dem einst stärksten Menschen der Welt. Die Trierer Porzellan-Manufaktur wird durch mehrere kostbare Services mit Trier-Motiven wie der Porta Nigra und den Kaiserthermen thematisiert.

Überraschungen birgt das Stifterkabinett im dritten Geschoss, in dem das Engagement Trierer Bürger für das Stadtmuseum gewürdigt wird. Gezeigt werden dort u.a. rund 1300 ostasiatische Miniaturskulpturen aus Elfenbein, die in ihrer Themen- und Darstellungsvielfalt einmalig sind. Verfolgt man den Rundgang, gelangt man zur umfassenden Textilsammlung, die aufwändig restauriert wurde. Sie gehört zu den Höhepunkten der Neupräsentation. Im Mittelpunkt des Textilkabinetts steht Mode von ca. 1700 bis in die 1940er Jahre, anhand derer der Entwicklung der bürgerlichen Bekleidung in der Trierer Region nachgespürt werden kann. Gewebe aus der Zeit vom 3. bis 9. Jahrhundert. n. Chr. geben einen eindrucksvollen Einblick in spätantikes und frühmittelalterliches Tuchhandwerk.

Kontakt

Stadtmuseum Simeonstift Trier
Simeonstiftplatz 1
54290 Trier


stadtmuseum@trier.de
http://www.museum-trier.de


Telefon: 0651 718-1459
Tickets: 0651 718-1459
Fax: 0651 718-1458
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