Heinrich Ignaz Franz von Biber, am 12. August 1644 in Wartenberg (Böhmen) geboren und am 3. Mai 1704 in Salzburg gestorben, war als Violinist weit bekannt und komponierte auch hauptsächlich für dieses Instrument. Seine Entwicklung zum unerreichten Geigenvirtuosen seiner Zeit lässt sich nur ungenau nachvollziehen. Sicher ist aber, dass er ab 1670 am Hofe des Fürsterzbischofs von Salzburg tätig war. Dort wurde Biber 1684 zum Kapellmeister ernannt.
Die
Rosenkranzsonaten, auch Mysteriensonaten genannt, schrieb er wahrscheinlich für die Rosenkranzfeiern in der Salzburger Kathedrale. Die als 16. Sonate angefügte Passacaglia für Violine solo war dem seit 1676 eingeführten Schutzengelfest gewidmet. Zu jeder Sonate gehört eine Kupferstichvignette, die den Inhalt der jeweiligen Sonate bestimmt. Biber erzählt musikalisch die 5 freudenreichen, die 5 schmerzensreichen und die 5 glorreichen Geheimnisse des Rosenkranzes. Die Möglichkeit, mit einem kleinen Bildchen und bildhafter Musik eine durchaus schon bekannte Geschichte noch einmal ohne Worte zu erzählen, regt die eigene Fantasie und persönlichen Gedanken des Zuhörers an, ganz so, wie es auch beim Gebet des Rosenkranzes gedacht war.
Eine violintechnische Besonderheit der Rosenkranzsonaten ist die Benutzung der sogenannten
Scordatur.
Scordatura (ital. verstimmen) bezeichnet eine Einstimmungsart von Streichinstrumenten, welche von der Normalstimmung (Accordatura) abweicht. Dies war in der Barockzeit eine sehr beliebte Möglichkeit, außergewöhnliche Klänge und höhere Virtuosität zu erzielen. Biber führte diese Form zum Höhepunkt. So sind 14 der 16 Rosenkranzsonaten in den verschiedensten Scordaturen zu spielen. Einige davon sind so extrem, dass ein Umbesaiten der Violine nötig ist. Die teilweise straffer gespannten Saiten sowie die Möglichkeit normalerweise nicht spielbarer Doppelgriffe und harmonischer Akkordbrechungen auf leeren Saiten lassen reizvolle Klangfarben entstehen. Lediglich die erste Sonate und die als 16. Sonate angefügte Passacaglia für Violine solo sind in der normalen Geigenstimmung zu spielen und bilden somit den Rahmen für die verschiedenen Stimmungen der anderen Sonaten. (Anne Schumann)
Mathias Hochweber
Erster Violinunterricht im Alter von sechs Jahren beim Vater.
Ab 1977 Violinstudium an der staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe bei Josef Rissin.
1984-1991 Mitglied des SWF Sinfonieorchesters Baden-Baden.
1984 begann die Konzertmeistertätigkeit beim Arcata Kammerorchester mit zahlreichen Tourneen u.a. nach Asien, Australien, Portugal und Zentralamerika.
1990 Hinwendung zur historischen Aufführungspraxis.
1991-1994 freischaffendes Arbeiten: 2. Konzertmeister beim Barockorchester Stuttgart, bei der Klassischen Philharmonie Stuttgart, sowie bei Musica Antiqua Köln und Concerto Köln.
1995 Engagement als erster Konzertmeister bei der Philharmonia de Cambra de Barcelona. 1996 in gleicher Position beim Orquesta Sinfonico de Galicia.
Seit 1998 Mitglied des Radiosinfonieorchesters Stuttgart.
Stephan Rath
Dozent für Laute und fächerübergreifender Projekte im „Alte Musik" Bereich an der Folkwang Hochschule Essen.
Als Solist und Generalbassspieler Mitwirkung in verschiedenen Ensembles u.a.: Batzdorfer Hofkapelle, Concerto Köln, Musica Fiata Köln, Amsterdam Barockorchester, Freiburger Barockorchester, Akademie für Alte Musik Berlin, Ad Fontes, u.v.m.;
Zusammenarbeit mit den Dirigenten: Michael Hofstetter, Ton Koopman, Philipp Herreweghe, Howard Arman, René Jakobs, Michael Gielen, Helmuth Rilling u.a.
1993 Mitgründer der Batzdorfer Hofkapelle und einer ihrer künstlerischen Leiter; mit der Batzdorfer Hofkapelle verschiedene Opern-, Oratorien-, Orchestermusik- und Kammermusikproduktionen und CD-Aufnahmen.
Neben der Zusammenarbeit mit allen wichtigen Radiostationen in Westeuropa, Mitwirkung bei ca. 40 CD-Aufnahmen.
Christian Schmitt
(*1976)zählt nach Einladungen der Stiftung Berliner Philharmoniker, des Lucerne Festival und der Kölner Philharmonie zu den gefragtesten Konzertorganisten seiner Generation.
Er studierte in Saarbrücken Kirchenmusik (A-Examen) und Konzertreife (mit Auszeichnung), sowie Orgel bei James David Christie (Boston) und Daniel Roth (Paris). Der Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Deutschen Stiftung Musikleben ist Preisträger bei mehr als zehn nationalen und internationalen Orgel- und Musikwettbewerben, so in Atlanta, Brügge, Calgary, Philadelphia und Tokio wie auch 2001 beim Deutschen Musikwettbewerb. 2003 wurde er mit dem Solistenpreis der Europäischen Kulturstiftung "Pro Europa" ausgezeichnet.
Christian Schmitt konzertiert weltweit – darunter im KKL Luzern, in der Tonhalle Zürich, in der Berliner Philharmonie und im dortigen Konzerthaus, im Gewandhaus zu Leipzig und im Konzerthaus Wien. Er konzertiert mit den Bamberger Symphonikern, dem Orchester der Beethovenhalle Bonn und führenden Rundfunkorchestern (BR, NDR, MDR, SR u. RSB).
In der Spielzeit 2011 gab er sein Debut im Mozarteum Salzburg, beim NDR-Chor und bei den Händelfestspielen Göttingen, ferner stehen Wiedereinladungen im Konzerthaus Wien sowie Konzertreisen nach Australien, Japan, Neuseeland und Südafrika auf dem Programm.
Christian Schmitt hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik Saar inne und nimmt regelmäßig Gastdozenturen an Musikhochschulen in Boston, Cremona, Oslo, Mexiko, Moskau, Seoul, Taschkent, und – zum wiederholten Male – in Bogota wahr. Im Sommersemester 2011 unterrichtete er im Rahmen einer Lehrvertretung die Klasse von Prof. Jürgen Essl an der Musikhochschule Stuttgart. Er gehört den Jurys des Bundeswettbewerbs „Jugend Musiziert", des Wettbewerbs „Soli Deo Gloria" in Moskau und des Deutschen Musikwettbewerbs 2010 an.
Eintritt
Vorverkauf: 13 €, Abendkasse 15 €
Abonnement aller vier Konzerte der Abtei-Musik im Donautal 2012: 45 €
Kinder bis einschließlich 14 Jahre sowie Schwerbehinderte (GdB 60+) kostenlos.
~ FREIE PLATZWAHL! ~
Kontakt
Abtei-Musik im Donautal - Erzabtei St. Martin zu Beuron
Abteistraße 2
88631 Beuron
konzerte@erzabtei-beuron.deTelefon: (07466) 17-137
Tickets per E-Mail:
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